Rückblick Topic Table I-2014

4. Juli 2014 | By | Add a Comment

Aktuelle und prospektive Finanz-Entwicklung der GKV

Auswirkungen der vorgesehenen Neuregelung der GKV-Finanzierung im Zuge des GKV-FQWG – auch im Kontext der methodischen Weiterentwicklung des Morbi-RSA

 

Im Jahr 2012 hat die Five Topics AG mit der Einführung regelmäßiger Unternehmer-Stammtische – den sog. „Topic Tables“ – eine neue Plattform für die Entscheider des Gesundheitsmarktes etabliert.

Der interaktive Diskussions-Charakter in kleiner, exklusiver Runde ist bereits bei den ersten drei Veranstaltungen dieser Reihe sehr gut angekommen – dies bestätigt uns jedenfalls das einhellige Feedback aus dem Kreis der teilnehmenden Vorstände.

Nachdem sich unser erster „Topic Table“ im Schwerpunkt mit der Thematik „Reorganisation gesetzlicher Krankenkassen“ befasst hat haben wir uns bereits im Herbst 2012 anlässlich unseres zweiten Branchen-Events dieser Reihe unter dem Leitmotiv „Wie privat wird die gesetzliche Krankenversicherung“ mit der Thematik der Konvergenz von GKV und PKV auseinander gesetzt.

Der zunehmenden politischen Relevanz der Thematik der „Konvergenz der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung“ haben wir dann im Frühjahr 2013 mit der Themenwahl unseres dritten Unternehmer-Stammtisches Rechnung getragen und uns unter dem Leit-Motiv „Quo vadis – Duales System?“ weiterführend mit der sukzessiven Annäherung beider Systeme befasst.

Im Kontext mit der aktuellen Gesetzgebung der Großen Koalition zum GKV FQWG hat sich allerdings zwischenzeitlich mehr und mehr ein vitales Interesse unserer Kunden an der Entwicklung der aktuellen und künftigen Finanzsituation von GKV und Gesundheitsfonds heraus kristallisiert.

 

Über bereits bekannte bzw. absehbare Effekte wie:

  • Kürzung der Steuerzuschüsse durch das Bundes-Finanzministerium
  • Wegfall der Einnahmen aus der Praxisgebühr
  • Anhebung des Orientierungswerts für die ambulante ärztliche Versorgung
  • Sonder-Subventionierung der Krankenhaus-Finanzierung
  • Keine politisch verlässliche Planungs-Grundlage hinsichtlich der Höhe der künftigen Bundes-Zuschüsse zum Gesundheitsfonds
  • Im Scoring-Modell des GKV SV vorhandene „Kandidaten-Potenziale“ bereits jetzt „orange“ und „rot“ bewerteter Kassen
  • Aufsichtsrechtliche Genehmigung einer Reihe von Haushaltsplänen, die bereits für 2014 einen Ausgaben-Überschuss ausweisen

zeichnet sich bereits jetzt eine partiell vorhandene bzw. perspektivisch erneut eintretende Unterfinanzierungs-Situation des GKV-Systems ab.

Darüber hinaus sind weitere gesetzgeberische Maßnahmen im Zusammenhang mit dem EURO-Fiskalpakt und dem damit einhergehenden Neuverschuldungs-Verbot auch zukünftig keinesfalls auszuschließen.

 

Sehr kontrovers wird in diesem Zusammenhang innerhalb des GKV-Systems auch die notwendige Weiterentwicklung des morbiditätsorientierten Risiko-Strukturausgleichs (RSA) diskutiert.

 

Zentrale Punkte der systemischen und politischen Auseinandersetzung sind hier:

  • Fehlanreize durch Überdeckung für junges, gesundes Klientel versus Unterdeckung für alte, sog. „morbide“ Versicherte
  • Einführung und Ausgestaltung einer regionalen Komponente – vor allem aus Bayern, Baden-Württemberg und Hessen geltend gemacht
  • Ausweitung des bestehenden Klassifikations-Modells von bisher 80 ausgewählten Diagnose-Gruppen
  • Forderungen nach der Wieder-Einführung eines Hochrisiko-Pools – „Echtzeit-Ausgleich“ vs. retrospektive Methodik des RSA
  • Suche und Auswahl eines „intelligenteren“ Modells zum Ausgleich der Aufwendungen für Krankengeld – anteilige Berücksichtigung der tatsächlichen Leistungs-Ausgaben – optionale Einführung einer Grundlohn-Komponente
  • Regelung der Zuweisungshöhe für Versicherte im Ausland – optionale Begrenzung der Zuweisungshöhe auf die tatsächlichen durchschnittlichen Leistungs-Ausgaben aller Kassen
  • Zwischenzeitliche Rechtsprechung des BSG zu methodischen Verwerfungen beim Umgang mit Verstorbenen – sog. „Annualisierung“ von Leistungs-Ausgaben
  • Auf Basis politischer Intervention des BMG Rücknahme des Revisions-Antrages durch das BVA
  • In der Konsequenz keine Weiterverfolgung der Thematik im laufenden Gesetzgebungs-Verfahren rum das GKV-FQWG

 

Für weiteren spannenden Diskussionsstoff sorgen aktuell insbesondere die nachstehend skizzierten Eckpunkte zur Neuregelung der Kassen-Finanzierung auf Basis des GKV-FQWG

  • Wegfall der bisherigen Systematik von Prämien und pauschal erhobenen Zusatz-Beiträgen
  • Absenkung des durchschnittlichen Beitragssatzes von derzeit 15,5 auf künftig 14,6 % unter Fortbestand der paritätischen Finanzierung – im Ergebnis Minderung der Einnahmen des Gesundheitsfonds
  • Formeller Wegfall des bisher (allein zu Lasten der Versicherten) erhobenen Sonder-Beitrages in Höhe von weiteren 0,9 % zur Deckung der Aufwendungen für Zahnersatz und Krankengeld
  • Statt dessen optionale Erhebung eines kassen-individuellen, prozentualen Zusatz-Beitrages in der Bandbreite von 0 % – grösser 0,9 % – ohne gesetzgeberisch festgelegte Obergrenze
  • Prospektive Entwicklung und Auswirkung der ab 2015 nach den Plänen der Regierungs-Koalition individuell zu erhebenden Sonder-Zuschläge zum durchschnittlichen Beitragssatz
  • Keine Beteiligung der Arbeitgeber – Beitrags-Tragung wie bisher allein durch die Versicherten-
  • Im Ergebnis – zumindest partielle – Wieder-Einführung der Finanz-Autonomie der Krankenkassen
  • Auslösung eines Sonderkündigungs-Rechtes mit Hinweis-Verpflichtung auf das vorgesehene Vergleichs-Portal des GKV-SV
  • Verschärfte Hinweis-Verpflichtung auf günstigere Wettbewerber bei Überschreiten des durchschnittlichen Zusatz-Beitrages
  • Möglichkeit des unmittelbaren „Quellen-Abzuges“ durch Arbeitgeber und Sozialleistungs-Träger, wie die Deutsche Rentenversicherung Bund oder die Bundesagentur für Arbeit
  • Vorgesehener Einkommens-Ausgleich zur Vermeidung von Wettbewerbs-Verzerrungen aufgrund unterschiedlicher Einnahmen-Strukturen der Krankenkassen – Systematik parallel zum bestehenden RSA
  • Zunächst Abführung der individuellen Zusatzbeiträge an den Gesundheits-Fonds – „Rückfluss“ jedoch in Relation zu den durchschnittlichen beitragspflichtigen Einnahmen pro Mitglied aller Krankenkassen – also in Abhängigkeit zur individuellen Grundlohn-Summe

 

Über diese und zahlreiche weitere spannende Fragen rund um die künftige GKV-Finanzierung und die methodische Weiterentwicklung des Morbi-RSA haben wir – gemeinsam unserem Referenten, Herrn Prof. Dr. Volker Ulrich – Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft  an der Universität Bayreuth – am 26.06.2014 im Kreise von 16 Vorständen gesetzlicher Krankenkassen und privater Krankenversicherungs-Unternehmen intensiv diskutiert.

 

Die Teilnehmer attestierten uns unisono eine absolut hohe Tages-Aktualität bezüglich der Themen-Auswahl und zeigten sich sowohl an den Ausführungen der Key-Note als auch an unserer Produkt-Palette in Sachen Kosten-Management und Einnahmen-Optimierung hoch-interessiert.

 

Unser vierter „Topic Table“ fand erneut in Berlin statt – Veranstaltungs-Hotel war das Wyndham Grand in der Nähe des Potsdamer Platzes.

 

Nach dem offiziellen Teil unseres Events haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, gemeinsam mit unseren Gästen im Hotel das WM-Gruppenspiel der deutschen Elf gegen die USA anzusehen.

 

Im Anschluss haben wir uns – fast schon in guter Tradition – zu einer abendlichen Spree-Exkursion auf die „MS Bellevue“ entführen lassen.

 

Diese ganz besondere Form der Abendgestaltung bot beim „Berliner Buffet“ erneut gute Gelegenheiten zur inhaltlichen Vertiefung und weiteren Diskussion mit den Teilnehmern und unserem Referenten – dabei durfte natürlich auch das entspannte Networking nicht zu kurz kommen.

 

Zum „runden Abschluss“ haben wir den Abend gemeinsam mit unseren Gästen an der „The Post Bar“ des Hotels ausklingen lassen.

 

Ihr Ansprechpartner:

Günter Kriegeskorte

Mobil: 0172 – 109 85 02

guenter.kriegeskorte@fivetopics.de

Filed in: Blog, Five Topics AG, Gesundheitswesen

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